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Ohne Koordination und Kommunikation kann das Potenzial von Wissenschaft und Forschung heute nicht mehr umfassend genutzt werden. Der Grund: technologische Chancen wachsen immer mehr abseits der Grenzen, die von einzelnen Forschungsdisziplinen vorgegeben werden. Cluster sind ein probates Mittel, um die Schlagbäume zwischen Forschungsfeldern zu heben – ein Beispiel aus Baden-Württemberg.
Die vier Dübel sehen aus, wie jene, die man im Baumarkt seines Vertrauens erwerben kann. Doch der Schein trügt, denn was der Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe aus Baden-Württemberg aktuell präsentiert, ist ein High-Tech-Produkt. Der Unterschied zu gewöhnlichen Kunststoffdübeln ist das Material: Nylon-5,10.
Leicht, stabil, nachwachsend
 Zurzeit noch ein Prototyp: Dübel aus biobasiertem Nylon-5,10. (Foto: Bächtle)
Das Polyamid Nylon-5,10 ist ein Hochleistungskunststoff, dessen besondere Eigenschaften bereits vom Nylon-Erfinder Wallace Carothers in den Dreißiger Jahren prognostiziert wurden. Nylon-5,10 ist fester und zugleich leichter als gängige Nylonarten. Das Material eignet sich insbesondere dort, wo Gewichtsersparnis gewünscht und zugleich Stabilität gefordert sind. Seine Basiskomponenten sind im aktuellen Fall biotechnologisch produziertes Diaminopentan und Sebazinsäure aus Rizinusöl. Nylon-5,10 kann somit ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.
Die neuen Nylondübel sind übrigens nicht der einzige Produktprototyp, den der Cluster hervorgebracht hat. Auch ein PKW-Motorlüfter samt Gehäuse konnte bereits produziert werden. Die Automobilindustrie zeigt Interesse. Wer Gewicht spart, senkt den Verbrauch seiner Fahrzeuge.
Erfolgreich vernetzt
Erst durch die Vernetzung von Kunststoffproduzent (BASF), Kunststoffanwender (Bosch, fischerwerke) und Endkunde (Daimler AG) konnte dieser Erfolg realisiert werden. Dieses Beispiel bestätigt das hohe Innovationspotenzial von Clustern. „Wir konnten durch die Clusterarbeit Biotechnologie und Polymerchemie verknüpfen und die branchenübliche Entwicklungszeit für neue Produkte halbieren“, erklärt Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, die den Cluster koordiniert.
Es muss also einiges zusammenkommen, damit aus Ideen innovative Produkte werden: Problemsteller und Problemlöser, die geeigneten Technologien sowie die passenden Koordinatoren und Moderatoren. Und eine gute Portion Wissenschafts- und Technologiekommunikation. All das findet sich in einem erfolgreichen Cluster.
chrib
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